Jahreshauptversammlung des Schafzuchtverbandes

Still und kontinuierlich wächst die Schafhaltung in OÖ und ist nur mehr knapp 1000 Schafe unter dem Nachkriegshöchststand von 1946 mit 51.499 Tieren. Besonders erfreulich ist aber, dass der über die letzten Jahre bestehende Trend eines Rückganges der Schafhalter gestoppt werden konnte und sich bei knapp 2800 Betriebe eingependelt hat. Eine erfreulicher Einstieg für die zahlreichen Besucher der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes für Schafzucht und Schafhaltung OÖ in der BBK Wels am Dienstag den 28. April 2010.


Besonders im Jahr der Biodiversität ist es wünschenswert, dass eine wachsende Schafhaltung beitragen kann, die heimische Landwirtschaft bunter und vielschichtiger zu machen. Aber auch die Beweidung durch Schafe sichert im Grünland eine große Pflanzenvielfalt und damit einen artenreichen Lebensraum. Schafe schaffen Landschaft ist daher ein Motto des Verbandes und gerade in Zukunft wird dieser Aufgabenbereich eine zunehmende Bedeutung erhalten.


Die Hauptaufgabe der Schafhaltung ist aber nach wie vor, die wachsende Nachfrage nach Lammfleisch und Schafmilchprodukte zu decken. Hier ist vor allem ein rasant wachsender Markt in der Milchschaferzeugung zu beobachten. In nur drei Jahren hat sich die Zahl der Milchschafe fast verdoppelt und liegt nun bei rund 4.600 gemolkenen Schafen. Der Großteil der Zuwächse ist bei den Molkereilieferanten zu verzeichnen, aber auch neue Schafmilch-Direktvermarkter konnten gewonnen werden. Sie stellen sich tapfer einer hohen saisonalen Arbeitsbelastung, haben aber eine Freude im direkten Umgang mit Kunden und die wiederum schätzen Frische und Regionalität ihrer Ware, unbeeinflusst von Lebensmittelskandalen.


Frisches Lammfleisch in gleichmäßig guter Qualität sichert ein Netz von Direktvermarkter, die ihre Ware vorwiegend auf Märkten, aber auch in ausgewählten Handelsketten anbieten. Aber für den Großteil der Konsumenten ist es nach wie vor schwierig, jederzeit und allerorts dieses Produkt zu kaufen, da Supermärkte oft nur ausländische Tiefkühlware anbieten. Ein nunmehr vierjähriges Projekt mit dem REWE Konzern ist hier ein kleiner Schritt, in einigen Merkurfilialen Bio-Lammfleisch ganzjährig anzubieten. Noch weiter zurück geht die Zusammenarbeit von Maximarktfilialen mit einem Direktvermarkter. Dennoch bleibt richtigen Lammfleischliebhaber oft keine andere Wahl, als direkt zum Schafbauern zu gehen und dort seine Jahresbestellung zu deponieren.


Für die Wolle sind hingegen raue Zeiten angebrochen, da einerseits Euro-Dollar Wechselkurs einen billigen Wolleinkauf der Euro Staaten ermöglicht, andererseits die Nachfrage nach Wolle stagniert. Trotz eines Auszahlungspreises, der weder Schurkosten abgleicht, geschweige denn die Transportkosten zu Sammelstellen, wurden im letzten Jahr 27.000 kg Wolle alleine durch den Verband gesammelt. Die gesamte Wolle wird an einen OÖ Dämmstoffhersteller verkauft. Dank der Unterstützung durch das Land OÖ wird an Alternativen zu weiteren Verwendungsmöglichkeiten der Wolle ebenso an einer Werthebung und Diversifizierung der traditionellen Wollverarbeitung gearbeitet.

Fototext: Kammerdirektor Mag. Pernkopf spricht zu den Teilnehmern der Generalversammlung.

Kategorienliste
01
02
03
04
05
06

 

Anzahl # 
 
 
Powered by Phoca Gallery