Änderung der Körperzusammensetzung
Änderung der Körperzusammensetzung
Konjugierte Linolsäuren (0,5 %) änderten bei Mäusen die Körperzusammensetzung.
Der Fettanteil wurde um 60 % gesenkt, die fettfreie Körpermasse um 14 % erhöht.
Das Körpergewicht wurde dabei nicht wesentlich verändert. Dies war darauf zurückzuführen, dass der Wassergehalt des Körpers zunahm.
Zur Erklärung der Befunde wurden weiterführende Untersuchungen vorgenommen.
So wurde in kultivierten 3T3-L1 Adipocyten durch konjugierte Linolsäuren in einer Konzentration von 10-4 M die durch Heparin freisetzbare Aktivität der Lipoproteinlipase um 66 % vermindert. Die intrazelluläre Konzentration von Triglyceriden wurde um 8 % gesenkt und jene von Glycerin um 15 %, gleichzeitig stieg die Konzentration des freien Glycerins im Inkubationsmedium um 22 % an.
Die Aktivität des Schlüsselenzyms der ß-Oxydation der Fettsäuren, die Carnithin-Palmitoyltransferase, nahm bei nüchternen Mäusen sowohl im intakten Fettgewebe als auch in der Skelettmuskulatur, nicht jedoch in der Leber zu.
Aus den Befunden wurde geschlossen, dass die Wirkung auf die Körperzusammensetzung teilweise auf einen verminderten Einbau von Fett in die Fettzellen und auf eine vermehrte Lipolyse zurückzuführen wäre.
Diese Befunde stehen im Widerspruch zur triglyceridsenkenden Wirkung der konjugierten Linolsäuren, da sowohl die Hemmung der Lipoproteinlipase als auch die gesteigerte Lipolyse mit vermehrtem Zustrom von freien Fettsäuren zur Leber zu einem Anstieg der Triglyceridkonzentration führen würde.
In Tierexperimenten haben sich unter der Verabreichung von konjugierten Linolsäuren eine Reihe von interessanten biologischen Effekten gezeigt, für die jedoch erst noch geklärt werden muss, inwieweit sie auf den Menschen übertragen werden können.
Darüber hinaus muss ebenfalls sorgfältig untersucht werden, falls die verschiedenen Wirkungen auch beim Menschen vorhanden sind, wo die nicht zur Muskulatur und zum Fettgewebe gelangenden Fettsäuren verbleiben.
Möglicherweise kommt es zu einer deutlichen Fettanreicherung in der Leber.
Dies ist besonders angesichts der Tatsache zu beachten, dass ein Zusatz von 1 % konjugierter Linolsäuren zum Futter von Ratten der Aufnahme von 35 g/Tag beim Menschen entsprechen würde.
Bei ausgeglichener Ernährung werden heute deutlich weniger als 0,5 g/Tag mit der Nahrung aufgenommen, so dass zur Erreichung solcher Mengen eine Supplementierung stattfinden müsste.
Die Aufnahme mit der Nahrung so erheblich zu steigern, erscheint praktisch nicht möglich.
Bevor jedoch sorgfältige Untersuchungen am Menschen vorliegen, sollten konjugierte Linolsäuren therapeutisch nur sehr zurückhaltend, eigentlich nur unter Studienbedingungen eingesetzt werden.
Quelle: Margarine-Institut für gesunde Ernährung


