(Entnommen der Broschüre „WOLLE – FÜR EINE SICHERE UND GESUNDE UMWELT“ des IWTO(International Wool Textile Organisation))

Wolle…..die neue, 10 000 Jahre alte Faser. In allen  biblischen Zeiten, in der langen Geschichte der griechischen und römischen Antike…während des Mittelalters…von der Renaissance bis zum Zeitalter der Entdeckungen, Erforschungen und Ansiedlungen, haben die Schafe immer entscheidend dazu beigetragen, die Menschen sowohl zu ernähren als auch zu bekleiden.
Während der langen Geschichte hat die Komplexität und Vielseitigkeit der einzigartigen Wollfaser zu einer enormen Reichweite und vielseitigen Verwendung geführt.

Wollfasern können in dem kompletten Farbsektrum gefärbt werden, sie können gewebt, gestrickt und gefilzt werden und so zu einer unbegrenzten Anzahl an Stoffen verwendet werden und bieten darüber hinaus Wärme, Kühlung und weitere fühlbare Qualitäten, die in dieser Form von keiner anderen Faser erreicht wird.

Wolle ist heute ebenso wie vor 10 000 Jahren die beste Faser für Kleidung und Innenausstattung.



Eigenschaften der Wolle

Eigenschaften der Wolle















Verwendung der Wolle

Verwendung der Wolle

 

Für wen:

  • Für Kinder und Erwachsene mit geistiger und körperlicher Behinderung
  • Neurologische und Orthopädische Erkrankungen die vor allem die Obere Extremität betreffen ( Hände, Ellbogen, Schultern und der Rumpf)
  • Psychosomatische  Erkrankungen

 

Ziele:

  • Förderung der Feinmotorik durch das Bearbeiten der Wolle
  • Förderung der Sinneswahrnehmung, besonders des Tastsinnes
  • Förderung ästhetischer Gestaltungsprozesse und eine Beruhigende nach innen gerichtete Wahrnehmung durch harmonische und rhythmische Bewegungsabläufe
  • Förderung der Koordination Arm-Rumpf, Auge-Hand
  • Förderung im Bereich Wahrnehmung, Motorik und Kommunikation
  • Stimmung aufhellend

 

Warum ausgerechnet Filz:

  • Filz ist Geräte minimiert und benötigt keine speziellen Räumlichkeiten
  • Das Filzmaterial ist ungefährlich
  • Filzen ermöglicht ein schnelles Erfolgserlebnis
  • Filz  vermittelt Geborgenheit
  • Die Filzprodukte erfahren Sinn im sozialen Kontext

 

Egal wie lange, in welcher Form und wie man filzt, es entsteht immer ein gefilztes Produkt. Dieses Erfolgserlebnis kann sich positiv auf die Patienten in Ausdauer, Konzentration und Motivation auswirken.

 

Alter Hut oder neuer Sessel ?

„Schafwolle veredelt“ nannte sich die Ausstellung in der Netzwerkhalle bei der Rieder Messe 2011.

Es ist ein alter Hut, dass die Schafe Wolle tragen und sie geschoren werden müssen. Es ist ein alter Hut, dass man daraus Socken strickt. Viele weitere“ alte Hüte“ kreisen in so manchen Köpfen. Bei der Sonderschau des Landes-Schafzuchtverbandes OÖ sollte die Wolle in einer neuen, zeitgemäßen Form dargestellt werden. Da Begriffe wie ökologisches Denken, Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit in den nächsten Jahren sicher an Bedeutung gewinnen werden, wird sich die Verwendung von Schafwolle für Bekleidung und auch für den Wohnbereich auswirken und verstärken.

Eine Vielfalt an Produkten aus oberösterreichischer Schafwolle konnte dem Messebesucher präsentiert werden. Es fand sich Bekleidung in neuen Kreationen neben filzumhüllten Lampen, die ein wollig-warmes Licht gaben ; Man fand modische Taschen , Hüte , Schmuck und Schals neben Teppichen und Bettwaren, Woll-Floristik neben Wohnraumdämmung; Barfußweg, Zaungucker, Filz-Bilder und Filzobjekte, eine Jurte und die Messe-Neuheit „Woolets“ (Woll-Pellets als Gartendünger).

12 Bäuerliche Betriebe mit Wollverarbeitung und einige Künstler stellten sich mit ihren Kreationen vor. 11 Schafrassen, welche in OÖ züchterisch betreut werden, wurden vorgestellt, die aus deren Wolle spezifischen Produkte dem Besucher aufgezeigt. Ebenso der“ Weg der Wolle“ , die Eigenschaften und Verwendung der Wolle und das historische Wollhandwerk. Drei landwirtschaftliche Fachschulen mit Wolle in Floristik und Dekoration, drei Anbieter von Wollerzeugnissen aus der Manufaktur, sowie zwei Betriebe, die Wärmedämmung aus Schafwolle erzeugen, ergänzten die Ausstellung.

Ein Magnet für die Besucher war das „Spinn-Cafe“. Es war ein Platz , wo man sich schon beim Zusehen entspannen konnte. So mancher wollte das Spinnen auch probieren.

In der Aktiv-Ecke wurde gefilzt. Es war aufregend und spannend für jeden, für den Aktiven und den Zuseher.

blumeDie Vielfalt macht´s aus

Für die Anfertigung der Produkte fanden sich Bäuerinnen und Lehrerinnen, Schüler und Künstler,

Handwerker und Betriebsleiter. Im Vorfeld sorgten die Schafe und der Schafscherer für das Nötige.

Jeder einzelne war ein wichtiger Baustein im Mosaik . Nur durch die Vielfalt der Aussteller, durch die Vielfalt der Produkte entstand ein Bild, das großen Anklang fand.

„Wir wollten keine alten Hüte zeigen, wir wollten die oberösterreichische Schafwolle in jenes Licht rücken, das sie verdient. Wir wollten zeigen, wie bei uns im Land gearbeitet wird, wie breit die Produktpalette sein kann und ist“.

Es gelang auch Kinder aktiv am Geschehen teilhaben zu lassen, sowie Menschen mit Handicap und auch die ältere Generation . Sie alle waren begeistert, mit dabei sein zu dürfen, bei einer stillen, friedlichen , aber eindrucksvollen Demonstration, wo Kreativität, Können und Wollen im Vordergrund stand.

Erdverbunden.

Alles kommt aus der Erde: das Schaf mit ihrer Wolle; die Pflanzen, die die Schafe nähren und der Wolle Farbe geben; die Menschen, die die Wolle veredeln; der Mensch, der das Produkt nützt, den dieses Produkt veredelt.


Alter oder neuer Sessel ?

Ein alter Sessel aus dem Sperrmüll – keiner will ihn haben. Das vertrocknete Gestrüpp – verblüht und ausgedient. Wolle- oft ungeliebt und als lästiges Abfallprodukt abgewertet.

Alles zusammen bringt scheinbar Unnützes zum Erblühen. Der Wert macht den Preis.

Wir sind es, die den Wert bestimmen…

Ob Sperrmüll oder Kunstobjekt.

Ob Abfall oder nachwachsender Rohstoff.


Elisabeth Schiemer (Wollgartl)

Woll-Referentin im Landesverband für Schafzucht-u. Haltung OÖ

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“

(J.W. v. Goethe)


Am Foto: Hildegard Fellinger mit Bundespräsident Fischer u. Landw. Minister Berlakovic
Hildegard Fellinger mit Bundespräsident Fischer u. Landw. Minister Berlakovic