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  • In Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur, der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH und dem Österreichischen Bundesverband für Schafe und Ziegen wurde dieses Projekt umgesetzt. In der Rinderzucht haben sich Zuchtwerte bereits vor Jahrzehnten etabliert und große Zuchtfortschritte bewirkt. Die oberösterreichischen Schafzüchter erwarten sich nun auch eine dementsprechend positive Weiterentwicklung in den einzelnen Rassen.

    Die Berechnung beruht auf der Methode des BLUP-Tiermodells, bei dem alle Tiere gleichzeitig unter Einbeziehung aller Verwandtschaftsinformationen geschätzt werden. In Abhängigkeit der Nutzungsrichtung wurden für die Zuchtwertschätzung folgende Merkmale herangezogen: Fitness, Fleisch und Milch. Die Berechnung erfolgt für jede Rasse getrennt, mit Ausnahme der ZWS im Merkmal Fleisch. Innerhalb der Bereiche wurden verschiedene Faktoren für die Berechnung herangezogen, für die ebenfalls Zuchtwerte ausgewiesen werden. Zusätzlich wird auch die Genauigkeit der Schätzung durch den Wert „Sicherheit“ dargestellt.

    Einer der wichtigsten Parameter in der Schafzucht sind die Fruchtbarkeitskennwerte. Daher wurde für den Fitness-Zuchtwert (FIT) folgendes berücksichtigt: Erstlammalter, Zwischenlammzeit, Geborene Lämmer, lebend geboren Lämmer, Zellzahl und Persistenz. Die Teilzuchtwerte für Persistenz und Zellzahl werden verständlicherweise nur bei den Milchschafrassen (Lacaune und Ostfriesisches Milchschaf) ausgewiesen.

     

    Der Fitnesszuchtwert (FIT) als Relativzuchtwert mit einem Mittelwert von 100 Punkten und einer Standardabweichung von zwölf Punkten wird nach der Gesamtzuchtwert-Methode (Indexmethode) aus den Zuchtwerten der einzelnen Fitnessmerkmale berechnet. Die Merkmale sind entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet.

     

     

    Milch-schafe

    Fleisch-schafe

    Berg-schafe

    ML

    SH

    weitere Schafe

    ELA

     

     

    3,0

     

     

     

    ZLZ

     

    20,0

    26,8

    35,0

     

    35,0

    GEB

    23,2

    49,0

    35,0

    33,3

    63,7

    41,7

    LEB

    13,7

    17,0

    20,2

    18,3

    36,3

    23,3

    GEBp

     

    10,0

    10,0 

    8,3

     

     

    LEBp

     

    4,0

     5,0

    5,0

     

     

    ZZ

    34,9

         

    Pers

    28,2

     

     

     

     

     

    Die Fleischleistungsprüfung erfolgt seit Jahren österreichweit einheitlich mittels Ultraschall (US). Zusätzlich zu diesen Messwerten wurden auch die Daten der früheren Computertomographie einbezogen. Im Merkmal Fleisch wurden aufgrund der teilweise relativ kleinen Populationen zwei Rassengruppen gebildet: Landschafrassen (Merinolandschaf und Juraschaf/SBS) und Fleischschafe (Suffolk, Texel, Dorper, Ile de France und Berrichon du Cher), die gemeinsam geschätzt werden. Neben den Merkmalen Fett und Muskel, die durch die US-Messung erhoben werden, wird auch für die Tageszunahmen ein Teilzuchtwert ausgewiesen. Nachdem diese Untersuchung im Zuge einer Feldprüfung von unterschiedlichen Personen durchgeführt wird, wird der Einfluss des jeweiligen Prüforgans   über die ZWS berücksichtigt und korrigiert.

     

    Der Fleischzuchtwert (FW) als Relativzuchtwert mit einem Mittelwert von 100 Punkten und einer Standardabweichung von 12 Punkten wird nach der Gesamtzuchtwert-Methode (Indexmethode) aus den Zuchtwerten der einzelnen Fleischmerkmale (Tageszunahmen, Fett, Muskel) berechnet. Die Merkmale sind entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet.

     

    Fleischschafrassen (Dorper, Ile de France, Suffolk, Texel)

    Merkmal

    Gewichtung (%)

    Tageszunahmen

    35,7

    Muskel

    61,9

    Fett

    2,4

     

    Landschafrassen (Merinolandschaf, Juraschaf/SBS)

    Merkmal

    Gewichtung (%)

    Tageszunahmen

    44,4

    Muskel

    51,9

    Fett

    3,7

    Speziell für dieses Merkmal mit seinen umfangreichen Informationen, die über die amtliche Milchleistungskontrolle erhoben, verarbeitet und ausgewertet werden, wird der züchterische Nutzen sehr hoch sein. Durch die Vielzahl an Daten werden hier neben dem Milch-Zuchtwert auch die Naturalwerte für diese Merkmale ausgewiesen. Aufgrund der hohen Heritabilität (Erblichkeit) sind die Sicherheiten für diese Merkmale erfreulicherweise sehr hoch.

     

    Der Milchzuchtwert (MW) als Relativzuchtwert mit einem Mittelwert von 100 Punkten und einer Standardabweichung von zwölf Punkten wird nach der Gesamtzuchtwert-Methode (Indexmethode) aus den Zuchtwerten der einzelnen Milchmerkmale (Milch kg, Fett kg, Eiweiß kg) berechnet. Die Merkmale sind entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet.

     

    Merkmal

    Gewichtung (%)

    Milch kg

    43,0

    Fett kg

    25,0

    Eiweiß kg

    32,0

    Die Zuchtwertschätzung wird grundsätzlich zwei Mal jährlich als Hauptberechnung durchgeführt. Zu diesen beiden Terminen werden sämtliche Zuchtwerte neu berechnet und in die Datenbank importiert. Zusätzlich erfolgt immer dienstags die Berechnung der Fleischzuchtwerte für die neu erhobenen Daten. Sollte sich bei einem bereits vorhandenen Zuchtwert die Sicherheit um 5% erhöhen, so wird der bereits vorhandene Zuchtwert überschrieben. Somit kann es auch zwischenzeitlich zu Änderungen der Zuchtwerte kommen. Die Veröffentlichung der Zuchtwerte erfolgt über das Online-Managementprogramm „sz-online“. Die Zuchtbetriebe können somit laufend ihre aktuellen Zuchtwerte abrufen und züchterische Entscheidungen unter deren Einbeziehung treffen.

    GZW 108 (63) = Der Gesamtzuchtwert liegt bei 108 Punkten mit 63% Sicherheit

     

    FIT= Fitnesszuchtwert

    FIT: 120 (67) = Fitnesswert (Sicherheit)

    ZW-Fitness: GEB: 98 LEB: 98 ZLZ: 100 geborene Lämmer - lebende Lämmer - Zwischenlammzeit

    ZW-Fitness: ZZ: 103 Pers: 84 Zellzahl - Persistenz

     

    FW= Fleischzuchtwert

    FW: 103 (30) = Fleischwert (Sicherheit)

    ZW-Fleisch: 113 – 106 - 97 Tageszunahmen – Fett – Muskel

     

    MW= Milchzuchtwert

    MW: 110 (87) = Milchwert (Sicherheit)

    Naturalzuchtwerte -Milch: -12,0+0,21+1,1+0,21+1,2 = Mkg, F%, Fkg, E%, Ekg